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Über das zweite Dezennium unseres Theaterverbandes
Wie ist uns im
Brandenburgischen Amateurtheaterverband das letzte Jahrzehnt geglückt? Sagen wir
es pauschal: wir hatten gute Erfolge und manches gelang weniger gut. An dieser
Stelle können wir keine umfassende Analyse geben, aber die wichtigsten
Ergebnisse unserer Bemühungen sollen benannt werden. In diese zweite Etappe von
2000 bis 2010 gingen wir bereits mit einem Vorrat an Erfahrungen. Was bis dahin
erfolgreich bewältigt worden war, behielten wir bei: Zum einen die Intensität
der fachlichen Weiterbildung der Mitglieder und zum zweiten die Vervollkommnung
unserer künstlerischen Festivals – der sogenannten Brandenburgischen
Amateurtheatertage (BATT), die bei aller Freude und vielem Spaß immer
Arbeitscharakter besaßen. Über die Qualifizierungslehrgänge und die Versuche,
sie ständig effektiver und vielseitiger zu gestalten, informiert im gleichen
Heft der künstlerische Leiter des Verbandes, Detlef Bohne.
Die zweijährlichen BATT
von Mal zu Mal ein wenig zu übertreffen und das Erlebnis, das sie den
Teilnehmern bereiten, zu vertiefen, war unsere Intention. So war es unser
Streben, die künstlerische Potenz der Theateraufführungen durch gesteigerte
Inszenierungsqualität und verbessertes Schauspiel anzuheben. Es bleibt auch
unser Ziel bis heute, den einzelnen Theaterensembles in ihrem heimatlichen
Wirkungskreis zu helfen, das kulturelle Leben dort zu bereichern. Es gab auch
fortlaufend Änderungen und Versuche, einzelne Bestandteile der viertägigen
Veranstaltungen „BATT“ abzuwandeln: Sollten wir die qualitative Vorauswahl der
Inszenierungen treffen oder nicht, sollte der Vorstand Einfluss auf die
Einstudierungen nehmen oder nicht - immer suchten wir Methode und Qualität der
Aufführungsgespräche zu variieren. Wir probierten Umstellungen des Spielplanes
nach verschiedenen Gesichtspunkten. Und tätigten noch andere Experimente. Heute,
nach jahrelangen Bemühungen, hat sich die Praxis im Wesentlichen auf gutem
Niveau eingepegelt, aber die Suche nach Besserungen geht unverdrossen weiter.
Vor zehn Jahren und auch
heute noch verfolgt uns ständig die Sorge um die finanzielle Stabilität der
Mitgliedsgruppen und des Landesverbandes. Dieses Damoklesschwert hat die
Mehrheit der Gruppen im Wesentlichen entschärfen können, ohne dass sich
Sorglosigkeit ausbreiten könnte. So gibt es Bühnen, vorwiegend solche mit vielen
Kindern und jugendlichen Darstellern, denen es häufig schwer fällt, zum Beispiel
Teilnehmergebühren für Weiterbildungslehrgänge und derlei Kosten aufzubringen.
Andere dagegen haben den Weg gefunden, durch Einspielgelder und vielseitiges
Sponsoring Einnahmen zu sichern. Auch dem Landesvorstand sind die Hände in
finanzieller Hinsicht stark gebunden trotz der regelmäßigen
Fördergeldzuwendungen durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und
Kultur des Landes Brandenburg. Doch es können die Honorare für Dozenten und
Lehrkräfte fast immer nur unter dem Durchschnitt bleiben und ohne Mittel der
gastgebenden Städte können landesweite Begegnungen des BATV nicht veranstaltet
werden. So blieb die Finanzierung der diesjährigen BATT ein wahrer
Hindernislauf. Wegen dieser nicht zufrieden stellenden Finanzlage hat der
Verbandsvorstand bereits sehr heftige Kritik in der Theaterleiterkonferenz
einstecken müssen, weil er bisher zu wenige Möglichkeiten angezielt und
ausgeschöpft hat.
Zu tatsächlichen
Neuerungen der Zusammenarbeit zwischen Vorstand und den Mitgliedsbühnen in den
vergangenen zehn Jahren können wir zwei Verbesserungen rechnen, die uns sehr
weiter geholfen haben. Zu guter Gemeinsamkeit hat die Einführung der eben
erwähnten sogenannten Theaterleiterkonferenz geführt. In regelmäßigen Abständen
(etwa zweimal jährlich, bei Bedarf auch öfter) ruft der Vorstand die Leiter der
Mitgliedsgruppen zusammen und berät mit ihnen alle inhaltlichen und auch
praktischen Fragen, die die Dynamik des Verbandes ausmachen. Diese Begegnungen
gehören zur existentiellen Substanz des Miteinander: prinzipielle
Fragestellungen kann der Vorstand mit den Leitern (und umgekehrt) in direkter
Debatte zum Gegenstand machen und im Interesse eines Erfolges bis zur Klärung
bzw. bis zum gemeinsamen Beschluss führen. Und auch Fehler des Vorstands können
direkt in der Konfrontation benannt und angegriffen werden. Die vergangenen
Arbeitsjahre haben gezeigt, dass auf diese Weise alle Verantwortungsträger mit
gleicher Intensität an den wichtigen Angelegenheiten mitwirken sollen und
können. Da bei diesen Begegnungen die Leiter auch über die aktuelle
Befindlichkeit ihres Theaters, über Arbeitssituation, Erfolge, Enttäuschungen
und Schwierigkeiten berichten, sind alle vereinstragenden Personen stets über
die Gesamtsituation des Verbandes in Kenntnis; Rat und Hilfe können ggf.
erfolgen. Es kann konstatiert werden, dass alle Beteiligten auf die Sicherung
dieser neuen und guten Einrichtung „Theaterleiterkonferenz“ achten.
Als eine weitere
Möglichkeit zum Kontaktfluss zwischen dem Vorstand und den Mitgliedstheatern ist
vor etwa fünf Jahren der zweite Vorsitzende des Landesverbandes zum sogenannten
Kontaktmann berufen worden. Seine Aufgabe ist es, wenigstens eine gewisse,
mögliche Verbindung zu den einzelnen Gruppen herzustellen, das Interesse des
Vorstandes spürbar zu machen und eine Annäherung aneinander anzustreben. So ist
es zur Regel geworden, alle Premieren zu besuchen (wenn dies nicht möglich ist,
auch eine andere Vorstellung) und Grüße und Glückwünsche bei solch sensiblen
Ereignissen zu überbringen und vor der Öffentlichkeit des Publikums Anerkennung
und Lob für die geleistete Anstrengung des Ensembles auszusprechen und
solcherart sein Ansehen zu fördern. Es kommt noch ein weiterer Vorteil hinzu:
gemeinhin legt dieser Verbindungsmann später eine schriftliche Besprechung über
die Aufführung vor, die sowohl vom Regisseur und seinen Darstellern als auch vom
künstlerischen Leiter des Vorstandes als fachliche, detaillierte Bewertung
beachtet und verwendet werden kann. Gelegentlich löst diese Interpretation
Enttäuschung aus; sie ist aber dennoch eine Möglichkeit, wertende Aussage und
ein Urteil über die erlebte künstlerische Arbeit auszusprechen. In den
allermeisten Fällen ist eine solche Rezension aber auch sehr gewünscht.
Unser brandenburgischer
Verband hat eine große Anerkennung vom deutschen Dachverband der Amateurtheater
BDAT dafür erhalten, dass er die gesamtdeutschen Amateurtheatertage 2008 und die
Bundesversammlung in Schwedt/Oder voll verantwortlich und erfolgreich
ausgestaltet hat, was eine besondere Anstrengung vor allem der Mitglieder des
THEATER Stolperdraht aus Schwedt bedeutete.
Im letzten Kapitel dieses
kurz gefassten Berichtes über das letzte Jahrzehnt müssen Schlussfolgerungen für
die kommende Etappe gesucht werden. Die Tatsache, dass sich die Zusammensetzung
des Vorstands seit der Gründung 1990 nur geringfügig verändert hat, hat in
letzter Zeit einige kritische Auseinandersetzungen innerhalb der Leitung und bei
einigen Theaterleitern ausgelöst. Wie ist das zu verstehen?
In einem inzwischen
erarbeiteten „Positions– und Strategiepapier“ wird festgestellt, dass der
Prozess der Fortentwicklung des BATV trotz aufgeführter Erfolge in eine
Sackgasse geraten sei: wir waren mit der Arbeit zufrieden und kamen gar nicht
auf die Idee, dass wir eigentlich nur im eigenen Saft schmoren und dass es auch
auf absehbare Zeit so bleiben wird. Wir haben nicht energisch genug weitere
Geldgeber gesucht und uns zu wenig für die brandenburgische Laientheaterbewegung
geöffnet und dort keine neuen Impulse gesucht und wir brachten umgekehrt unseren
Einfluss und unsere Wirkung dort nicht ein. Wir arbeiten im Grunde nur für uns
selbst. In einer Klausurtagung beriet der Vorstand und suchte nach der
notwendigen Veränderung seiner Arbeit: Die kulturpolitische Jugendarbeit und die
Entwicklung des brandenburgischen Amateurtheaters (nicht nur des eigenen
Verbandes) sei das Hauptanliegen; Dazu müssen wir uns mit adäquaten Verbänden
der Kinder-und Jugendarbeit verbünden; Wir brauchen Partner, die mit uns die
Idee eines brandenburgischen Amateurtheaters tragen und uns als ernst zu
nehmende Größe akzeptieren; Wir müssen uns öffnen für lose Gruppen, Schultheater
und andere Formen des Laientheaters; Die Suche nach neuen, flexiblen
Finanzierungsmodellen bleibt uns nicht erspart. Und darüber hinaus sind viele
andere Aufgaben in Angriff zu nehmen.
Wenn wir an die bisher
erreichten Erfolge anknüpfen, Mut zu Experimenten behalten und mit dem gleichen
Engagement weiter arbeiten , braucht uns vor den nächsten Arbeitsjahren nicht
bange zu sein.
Kleines Theater Falkensee
Die Entwicklung des Landesverbandes
Ein Schreiben, datiert vom
12. Juni 1990, ging an Amateurtheaterschaffende im Land Brandenburg (Bezirke
Cottbus, Frankfurt (Oder), Potsdam) mit der Bitte um Teilnahme an der
Gründungsversammlung eines brandenburgischen Amateurtheaterverbandes.
"Vor einigen Tagen saßen
Leiter von Amateurtheatern aus Cottbus und Potsdam zusammen, um die notwendigen
Schritte zur Gründung eines landesweiten Verbandes der Amateurtheater
einzuleiten. In Anlehnung an bundesdeutsche Erfahrungen
wurde der beiliegende Entwurf der Verbandssatzung erarbeitet, der mit Euch zu
diskutieren sein wird.
Die Notwendigkeit der
Verbandsgründung und die Möglichkeiten, die sich aus der Mitgliedschaft ergeben,
werden wir Euch am 30.06.1990 auf der Gründungsversammlung des
‚Brandenburgischen Amateurtheaterverbandes e. V. – BATV’ erläutern. ...
Sollte Euer Interesse an
diesem Vorhaben groß genug sein, so schickt ... Vertreter Eures Theaters am
30.06.1990, 10.30 Uhr in die obere Mensa der PH Potsdam, am Neuen Palais,
Nordseite. ... Da eine Vereinsgründung den Eintritt von mindestens 15 Gruppen
erfordert, rechnen wir fest mit Eurer Teilnahme zu diesem Termin. ... Wir freuen
uns auf produktive Vorschläge Eurerseits und hoffen, gemeinsam einen Weg zu
finden, der uns allen wenigstens auf diesem Gebiet die weitere Arbeit
erleichtern kann. ...“
Den Brief der
vorbereitenden Arbeitsgruppe haben u. a. unterzeichnet: Dieter Schlagmann,
Cottbus, Dietrich Groß, Potsdam, Gerold Paul, Potsdam, Cornelia Hanoldt,
Potsdam. Zu den 14 Gründungsmitgliedern bzw. Theatergruppen des BATV zählten
auch sechs Bühnen, die noch heute dem Landesverband angehören:
- Cottbuser Amateur
Theater, - Arbeitertheater der EKO Stahl GmbH Eisenhüttenstadt, heute TheEi, -
Jugendtheater und Kindertheater „Am Schülertreff“ Neuruppin, heute Theater ohne
Bühne (ToB)der Jugendkunstschule Neuruppin, - Kleines Theater Falkensee, -
Arbeitertheater Teltow, heute Märkische Kammerbühne Teltow, - Kinder- und
Jugendtheater Rathenow, heute Theater „Zeitlos“. (aus dem Gründungsprotokoll vom
01.07.1990)
Auf dem 1. Verbandstag am
01. Dezember 1990 in Potsdam wurden der Vorstand des BATV gewählt, die Satzung
beschlossen und schon über ein erstes Brandenburgisches Theaterfest der Amateure
diskutiert.
1. Vorsitzender des
Landesverbandes wurde Dieter Schlagmann, Cottbus, und Dietrich Groß aus
Falkensee wurde 2. Vorsitzender.
Der BATV wurde Mitglied
des im Frühjahr 1990 gegründeten (ost-)deutschen Amateurtheaterverbandes e. V.
(ATV).

ToB - Theater ohne Bühne Neuruppin
Aus der Verbandssatzung
§ 2: Zweck und Aufgaben
(1) Der BATV bezweckt die
Pflege, Förderung und Verbreitung des Amateurtheaters im Kinder-, Jugend- und
Erwachsenenbereich.
(2) Im Rahmen dieser Ziele
vertritt er als Dachorganisation die Interessen und übergeordneten Aufgaben
seiner ihm angeschlossenen Vereine, Gruppen und Arbeitsgemeinschaften – die dem
öffentlichen Publikum Theateraufführungen nach anerkannten künstlerischen
Grundsätzen anbieten – gegenüber Behörden und anderen Institutionen, zur
Erleichterung ihrer kulturellen Arbeit.
(5) Der Verbandszweck soll
durch folgende Mittel erreicht werden: - Gewährleistung einer regelmäßigen und
geordneten Betreuung der ihm angeschlossenen Vereine, Gruppen und
Arbeitsgemeinschaften, - eigene Durchführung von Lehrgängen, Seminaren und
Kursen zur Weiterbildung, -eigene Durchführung von
Amateurtheaterveranstaltungen, - Teilnahme an Festivals,
Amateurtheaterveranstaltungen, Fortbildungskursen im nationalen und
internationalen Bereich, u. ä.

THEATER Stolperdraht Schwedt
1991
Die Beratungen des
Vorstandes und der Mitgliedsbühnen (Ausschusssitzungen genannt) beschäftigten
sich in den ersten Monaten des Bestehens des Verbandes vor allem mit
organisatorischen Fragen, wie Höhe der Jahresbeiträge, Finanzierungs- und
Versicherungsfragen, Auswertungen der Sitzungen des Dachverbandes (ATV), aber es
wurden bereits inhaltliche Probleme der Verbandsarbeit diskutiert und
angegangen.
Schon 1991 wurde eine
erste Begegnung der Mitgliedsbühnen vorbereitet und unter der Bezeichnung „1.
Brandenburgisches Amateurtheatertreffen“ am 25. und 26. Mai 1991 in Potsdam
durchgeführt. Auf den Sitzungen im Herbst standen u.a. folgende Punkte auf der
Tagesordnung: Vorbereitung des Theatertreffens des BATV 1992, Zusammenarbeit mit
anderen Landesverbänden und mögliche Werkstätten zur Weiterbildung.
Die Förderung des BATV als
Dachverband durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des
Landes Brandenburg begann; sie galt aber (nur) für einzelne Projekte des
Verbandes.
1992
Dieses Jahr war reich an
Höhepunkten für den noch jungen Landesverband. Im Mai fanden bereits die 2.
Brandenburgischen Amateurtheatertage in Schwedt statt. Am 29. August trafen sich
die Mitglieder zu einem außerordentlichen Verbandstag. Schwerpunkt der Beratung
war die zukünftige Mitgliedschaft im Bund Deutscher Amateurtheater e.V. (BDAT).
Die Delegierten stimmten der Aufnahme in den BDAT als Vollmitglied zu und
anlässlich der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des BDAT im September
in Berlin wurde der Brandenburgische Landesverband in den gesamtdeutschen
Dachverband aufgenommen. Die Mitgliedschaft im ATV blieb (noch) bestehen.
Vom 15. – 18. Oktober gab
es ein Seniorentheatertreffen im Land Brandenburg. Die vom BDAT ausgerichtete
Veranstaltung wurde vom Seniorentheater „Spätlese“ in Frankfurt (Oder)
organisiert. Und es gab Hilfe vom Landesverband.
Das Theaterforum OSTEUROPA
unter dem Motto „Toleranz statt Gewalt“, ein Gemeinschaftsprojekt des ATV mit
dem BATV und der Stadt Schwedt fand vom 22. – 25 Oktober in Schwedt statt.
Theatergruppen aus Polen, Bulgarien, Russland, Lettland, der Ukraine, aus
Ungarn, der Slowakei und der Bundesrepublik Deutschland stellten Inszenierungen
vor; Gesprächsrunden und ein begleitendes Forum zur Theatersituation in
Osteuropa waren wichtige Bestandteile des sehr erfolgreichen Treffens. Eberhard
Köthen aus Schwedt wurde zum 1. Vorsitzenden des BATV gewählt.
1993
Im Frühjahr schrieb der
Landesverband eine Brandenburgische Kinder- und Jugendtheater-Werkstatt aus.
„Sie hat zum Ziel, Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren anhand
praktischer Spielübungen, anhand von Improvisationen im darstellenden Spiel,
elementaren musikalischen und tänzerischen Übungen und anhand freizusetzender
und auszuprobierender künstlerischer Phantasie und Spielmöglichkeiten,
Fähigkeiten zu fördern und Spaß am Theaterspiel bewusst erleben zu lassen.
Beteiligen können sich Kinder und Jugendliche sowohl aus den Mitgliedergruppen
des BATV, als auch aus anderen Gruppen. ...“ (aus der Ausschreibung)
Für die Teilnehmer und
Gäste aus der Stadt wurde die Werkstatt bereichert durch Theateraufführungen des
„theaters der jugend paderborn“ aus Nordrhein-Westfalen, des „Cottbuser Amateur
Theaters“ und der „Märkischen Kammerbühne Teltow“. Unterstützt wurden die drei
Tage im Juni in Schwedt vom Land Brandenburg, vom BDAT und der Stadt Schwedt.
Anlässlich der
Werkstatt-Tage wurde am 5. Juni die „Partnerschaftserklärung zwischen dem
Brandenburgischen Amateurtheaterverband e.V. und dem Amateurtheaterverband
Nordrhein-Westfalen e.V.“ unterzeichnet, mit dem Ziel die bereits bestehenden
Kontakte zwischen den Bühnen bzw. zwischen den Verbänden zu intensivieren und zu
konkretisieren. Im Herbst organisierte das Seniorentheater „Spätlese“ Frankfurt
(Oder) anlässlich des „Europäischen Jahres der älteren Menschen 1993“ die „Tage
des Europäischen Seniorentheaters im Land Brandenburg“. In zehn Städten
Brandenburgs treten sechs Seniorentheater, u.a. aus Dänemark und der Schweiz,
auf. Dietrich Groß aus Falkensee übernahm ab 1. Juli amtierend den Vorsitz des
BATV, weil der 1. Vorsitzende, Eberhard Köthen, aus Brandenburg wegzog.

Theatergruppe "An der Reihe" Schöneiche
1994
Im Frühjahr wurde die
bisherige Entwicklung des BATV erstmals einer kritischen Analyse unterzogen;
Schwerpunktbereiche waren vor allem die Arbeit des Vorstandes, die Finanzen,
Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit, die Arbeit mit Partnern, und als Ergebnis
wurde ein Arbeitsprogramm für die nächsten zwei Jahre entwickelt.
Die 3. Brandenburgischen
Amateurtheatertage fanden vom 3. – 5. Juni in Schwedt statt. Anlässlich dieses
Treffens wurde die 1. Ausgabe der Verbandszeitung des BATV, das „THEATERBLATT“,
herausgegeben. „... Zum ersten Male in der vieljährigen Geschichte hiesigen
Amateurtheaterschaffens haben wir ein eigenes Vereinsblatt – ein `Blättchen` mag
manch einer vielleicht sagen, aber ich denke, auch solche Bezeichnung ist eher
liebevoll als spöttisch gemeint. Denn unser Blatt kann viel bewirken! Es kann –
wenn alle mithelfen – ein wunderbares, uns noch enger verbindendes Forum werden
- eine Art Brücke, auf der wir uns begegnen, eine Brücke für noch bessere
Verständigung untereinander. ... und Kollegen in anderen Bundesländern werden
nun mehr von uns brandenburgischen Theatermachern erfahren. ...“ (aus dem
Vorwort von Dietrich Groß)
Im November begannen der
1. Zyklus der Aus- und Weiterbildung für Darsteller und ein Seminar zu Fragen
der Geschäftsführung. Am 19.11. wurde der bisherige Stellvertreter, Lothar
Falkenberg, Schwedt, zum 1. Vorsitzenden des BATV gewählt, Dietrich Groß wurde
2. Vorsitzender.
1995
Erstmals stellte das
Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Fördermittel
für die Arbeit des Landesverbandes und seiner Mitgliedsbühnen zur Verfügung.
Damit koordinierte fortan der Verband in Eigenverantwortung die Projektförderung
seiner Mitglieder.
Die begonnenen
Weiterbildungen und Seminare wurden im Frühjahr und Herbst fortgesetzt. Im
Oktober fand das erste Seminar zur Öffentlichkeitsarbeit für und mit Vertretern
der Mitgliedsgruppen statt. An den 1. Jugendkulturtagen des Landes Brandenburg
vom 29. September bis zum 1. Oktober nahmen vier Bühnen des Verbandes mit ihren
Inszenierungen teil: „ToB“ aus Neuruppin, „TheEi“ aus Eisenhüttenstadt, „DIE
NACHTWÄCHTER“ und das THEATER Stolperdraht, beide aus Schwedt.
Der BATV wurde Mitglied
der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Brandenburg (LKJB). Der Deutsche
Amateurtheaterverband (ATV) löste sich im Oktober auf.
1996
Der erste
Weiterbildungszyklus für Darsteller wurde im März mit der Übergabe der
Zertifikate abgeschlossen. Am 15. und 16. Juni fanden die 4. Brandenburgischen
Amateurtheatertage wiederum in Schwedt statt. Das nur zwei Tage dauernde Treffen
erwies sich als zu kurz, Spielplanüberschneidungen waren die Folge und somit
konnten die Teilnehmer nicht alle Aufführungen verfolgen. Der BATV öffnete sich
den neuen Medien und eroberte das Internet für sich, noch nur über die Homepage
des THEATER Stolperdraht erreichbar, aber damit der erste Landesverband des BDAT
der dieses Medium nutzte.
Im November erschien die
erste Ausgabe der THEATERBLATT-Infos, als Ergänzung zur Verbandszeitschrift
gedacht. Die Infos „sollen den Informations-Fluss innerhalb des Landesverbandes
verbessern, sollen Anregungen für die praktische Theaterarbeit geben, brauchbare
Kontaktadressen und Anschriften von Firmen etc. enthalten. Und sie sollen
informativ sein, damit das Lesen auch Spaß macht.“ (aus dem Vorwort vonRoy
Blacha, Redakteur). Im Jahresbericht des Vorstandes (vom November) ist u.a. zu
lesen, dass der Vorstand alle Premieren seiner Mitglieder besuchte, er an
zahlreichen bundesweiten Veranstaltungen des BDAT teilgenommen hatte, die
Partnerschaft zum Landesverband Nordrhein-Westfalen belebt wurde.

Jugendtheater STRUMPFHOSE Belzig
1997
Anfang März begann der 2.
Weiterbildungszyklus für Darsteller. Er wurde durch die Einführung eines
Grundkurses und eines Kurses für Fortgeschrittene erweitert. Die Seminare zur
Öffentlichkeitsarbeit wurden ebenfalls fortgesetzt. Am 15. März fand die 1.
Theaterleiterkonferenz des BATV statt. „Der Vorstand des BATV hatte eingeladen,
weil er die Begegnung mit diesem Personenkreis in Zukunft für unerlässlich hält;
in ihm sieht er den besten Schlüssel, den inneren Kontakt im Verband wie einen
Blutkreislauf ... zu gestalten. So nämlich kann er am direktesten erfahren,
welche Wege die einzelnen Gruppen beschreiten, mit welchen Schwierigkeiten sie
zu kämpfen haben; aber auch welche Erfolge sie haben, wie die künstlerische
Arbeit verläuft ... Und umgekehrt haben die Theaterleiter eine direkte
Verbindung zum Vorstand, können Einfluss nehmen auf die Entwicklung des
Gesamtgeschehens, ... können rechtzeitig Höhepunkte des Verbandslebens
beeinflussen, ... sie können einwirken auf die ... künstlerischen
Weiterbildungsmaßnahmen. Also: die demokratischen Möglichkeiten, die unser
Statut vorsieht, werden besser praktiziert. ...“ (Dietrich Groß)
Im September wurde die
Weiterbildung des BATV durch den ersten Lehrgang für Spielleiter (Regie-Kurs)
erweitert. Im Rechenschaftsbericht zur ablaufenden Wahlperiode (1994 – 1997)
anlässlich des Verbandstages am 20. September ist unter anderem aufgeführt:
Arbeit ist ins Zentrum gerückt. Sie ist in vielem Ausgangspunkt und Zweck aller
Überlegungen geworden. Die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes ist
systematisiert und qualifiziert worden und hat an Breite gewonnen. ... Die
systematische künstlerische Weiterbildung hat erfolgreich begonnen und ist
inzwischen erweitert worden. Es haben sich die kollegialen, ... Kontakte
zwischen einigen Gruppen vertieft. ...“ Kritisch wurde auch angemerkt, dass die
Resonanz der Gruppen zur Unterstützung der Verbandszeitschrift zu gering ist und
das die „außenpolitische“ Arbeit bisher zu sehr vernachlässigt wurde.
Lothar Falkenberg und
Dietrich Groß wurden auf dem Verbandstag wieder zur Führungsspitze des
Landesverbandes gewählt. Am 24. und 25. Oktober fand das 1. „Festival der
Masken“, organisiert vom JugendTanzTheater Cottbus, in Cottbus statt. Ende des
Jahres wurden Darlegungen zur Kinder- und Jugendtheaterarbeit im BATV für das
Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg erarbeitet. Das
Argumentationsmaterial diente zur Unterstützung eines Antrages auf Förderung von
Kinder- und Jugendprojekten des Verbandes.
1998
Der Höhepunkt des Jahres
für den BATV waren die 5. Brandenburgischen Amateurtheatertage. Anlässlich des
100. Todestages von Theodor Fontane fanden sie diesmal vier Tage in der
Fontane-Stadt Neuruppin statt. In der Vorbereitung des Treffens wurde eine
Auswahlkommission gebildet, die nach Besuchen von Aufführungen und Proben in
einem gemeinsamen Entscheid Inszenierungen der Mitgliedsbühnen delegierte, aber
es gab auch Ablehnungen.
Fünf Weiterbildungen für
Spielleiter und Darsteller, jeweils im Frühjahr und Herbst, sowie eine Werkstatt
für Kinder und Jugendliche im September wurden erfolgreich durchgeführt. Der
Landesverband richtete ein Musik- und Tonarchiv ein. Über 2000 Geräusche, Töne
und Musiken wurden erfasst. Im ebenfalls erstellten Literaturarchiv wurden
Theaterfachliteratur und Stück-Texte erfasst.
Seit Herbst wurde an einer
neuen Konzeption zur Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet. Schwerpunkt sollte eine
noch wirksamere Ausstrahlung des BATV nach außen sein.
1999
Der Vorstand erarbeitete
zwei Richtlinien zur Gewährung von Zuwendungen: für Modellmaßnahmen und
Theaterprojekte sowie für außerverbindliche Weiterbildungsmaßnahmen der
Mitglieder. Im März fand ein Treffen mit Vorstandsmitgliedern des Verbandes
Berliner Amateurbühnen in Schwedt statt. In dem Gespräch ging es um das Aufleben
der Kontakte und um die Suche nach Möglichkeiten einer Zusammenarbeit beider
Landesverbände.
Mitglieder des Lehrgangs
für Spielleiter (Regie-Kurs) weilten Ende Juni/Anfang Juli zu einer Studienreise
in Griechenland. Unterstützt wurde die Fahrt vom Landesjugendamt des Landes
Brandenburg. Vom 10. bis 12. September war der BATV erstmals Gastgeber der
Bundesversammlung des Bund Deutscher Amateurtheater e.V. Das Treffen aller
Landesverbände Deutschlands fand in Frankfurt (Oder) statt. Mit neu erarbeiteten
Materialien wurde den Delegierten der brandenburgische Landesverband umfangreich
vorgestellt. Die Gäste besuchten eine Vorstellung des Seniorentheaters
„Spätlese“ Frankfurt (Oder).
Am 18. und 19. September
wurde wieder eine Werkstatt für Kinder und Jugendliche aus den Mitgliedsbühnen
organisiert. Die Weiterbildung für Darsteller, Anfang Oktober, war als
Spezialwerkstatt ausgeschrieben. Jeder Teilnehmer wählte aus vier
Werkstattgruppen einen Themenbereich für sich aus, um sich zwei Tage intensiv
damit zu beschäftigen.

ToB - Theater ohne Bühne Neuruppin
2000
15 Bühnen sind Mitglied im
Brandenburgischen Amateurtheaterverband e. V.. Die Arbeit des Vorstandes im
ersten Halbjahr war geprägt von den Vorbereitungen auf die 6. Brandenburgischen
Amateurtheatertage, die vom 1. – 4. Juni 2000 in Cottbus stattfinden, und dem
10-jährigen Bestehen des Landesverbandes.
Das Seniorentheater „Spätlese“ aus Frankfurt (Oder) war zu den 1.
Deutschen Amateurtheatertagen delegiert und vertrat unseren Landesverband
würdig.
2001
15 Bühnen gehören dem Verband an. Sen Thea , das Seniorentheater
aus Schöneiche wurde in unseren Verband aufgenommen. In über 170 Vorstellungen
erreichten unsere Bühnen gute 14.000 Zuschauer!
Aber auch drei Bühnen mussten unseren Verband aus verschiedenen
Gründen verlassen.
In Eisenhüttenstadt fanden die 1. Brandenburgischen
Kindertheatertage statt. Sechs Bühnen beteiligten sich. Es waren Bühnen wie das
„ Kleine Theater“ der Schule an der Insel aus Potsdam und Bühnen unseres
Verbandes. Aber auch der Theaterjugendklub des Hans- Otto- Theaters zeigte seine
Inszenierung.
Der der Vorstand organisierte zwei Regiekurse und zwei
Darstellerwerkstätten.
2002
Es fanden zwei Regiekurs - Seminare, ein Theaterleiterseminar und
eine Darstellerwerkstatt für Erwachsene statt.
Der Höhepunkt des Verbandes waren die alle zwei Jahre
stattfindenden Amateurtheatertage vom 9. bis 12. Mai in Wittenberge, bei denen
etwa 150 Akteure ins Rampenlicht traten.
13 Bühnen gehörtem dem Verband an.
2003
Zu den 12 Bühnen kamen die Waggon-Komödianten e. V. aus
Eberswalde dazu. Es gab, leider ergebnislose, Gespräche mit dem
Landesseniorenrat Brandenburg über die Zusammenarbeit, Ausbildung und
Weiterbildung ihrer Theater- und Kabarettgruppen im BATV e.V.
Einige Bühnen beteiligten sich am neuen Ausbildungsprogramm des
BDAT, das der BATV anbot.

THEATER
Stolperdraht Schwedt
2004
Mit fast 16.000 Zuschauern
erreichten unsere 12 Mitgliedsbühnen mehr Zuschauer als in den Jahren davor.
Ihre Qualität stellten sie
auch auf den 8. Brandenburgischen Amateurtheatertagen vom 20. bis 22. Mai in
Schwedt unter Beweis.
Das THEATERBLATT wurde 10
Jahre alt.
2005
11 Bühnen gehören dem
Verband an. Diese brachten gute 210 Vorstellungen vor fast 20.000 Besuchern über
die Bühne. Das ist ein neuer Rekord!
Seit Oktober 2005 gibt es einen Vereinskoordinator (eine
Kontaktperson) die zu den Bühnen des Verbandes fährt, um die Probleme, ob
künstlerische oder organisatorische, gemeinsam zu lösen. Die Zusammenarbeit der
Bühnen mit dem Verband soll dadurch verbessert werden.
2006
Für die 11 Mitgliedsbühnen
(und die Gäste) waren die 9. Brandenburgischen Amateurtheatertage vom 25. bis
28. Mai 2006 in Neuruppin der Höhepunkt des Jahres.
14 Inszenierungen: von Kinder- und Jugendgruppen über Musical–
und Straßentheater bis hin zu Jugend- und Seniorentheatervorstellungen.
"TheEi" aus Eisenhüttenstadt war zu den 4. Deutschen
Amateurtheatertagen delegiert und vertrat unseren Landesverband würdig.
Das THEATERBLATT zeigt
das Leben des Verbandes nach Außen. Ministerium, Kommunen in Brandenburg, sowie
Landesverbände des BDAT erhalten unsere Publikationen.
2007
Die Bühne, „Theater an der Reihe“ aus Schöneiche wurde in den
Verband aufgenommen.
Damit begeisterten 12 Bühnen fast 24.000 Zuschauer und stellten
wieder die Qualität unseres Amateurtheaters unter Beweis.
Es gab ein gemeinsames
Auftreten der Kinderbühnen des BATV im Krongut Bornstedt/Potsdam am 8. Juli
2007. ToB Neuruppin, TheEi Eisenhüttenstadt, Waggon-Komödianten Eberswalde und
das Theater Stolperdraht aus Schwedt spielten für Kinder.
Es gab Schmink– und
Malstände, die zusätzlich von unseren Bühnen organisiert wurden. Das
Kinderhilfswerk hatte dazu eingeladen.
Die „Kontaktperson“ führte
13 Treffen mit Bühnen durch.

Straßentheater 7acts Eisenhüttenstadt
2008
In diesem Jahr drehte sich
praktisch alles um die Ausrichtung der Deutschen Amateurtheatertage vom 18. bis
21. September in Schwedt. Der BATV hatte sich um die Ausrichtung beworben und
brachte die Tage (dank seiner Erfahrungen mit den BATT) buchstäblich sehr gut
über die Bühne.
Zwei Bühnen verließen
leider den Verband. Und dennoch schafften die verbleibenden 10 Bühnen den Rekord
von 260 Vorstellungen mit 25.000 Gästen!
Aber, es gab auch die 3.
Brandenburgische Kindertheatertage vom 22. bis 24. Februar 2008 in Schwedt/Oder.
Klein, aber fein.
Die „Kontaktperson“
besuchte 2008 16 mal die Bühnen.
2009
10 Bühnen sind Mitglied im
Verband.
Es fand im April eine
Kinder-Theater-Werkstatt in Neuruppin statt, an der Kinder von vier
Mitgliedsbühnen an Werkstätten und Vorstellungen teilnehmen.
Eine „Kleine Anfrage“ an
die Landesregierung bringt dem BATV ein bundesweites Medienecho: über unsere
25.000 Zuschauer (2008) ist nicht nur die BILD-Zeitung erfreut - auch wir freuen
uns … über so viel Werbung!
2010
Nach der Absage
Eisenhüttenstadts finden die 10. Brandenburgischen Amateurtheatertage vom 13.
bis 15. Mai in Neuruppin statt. Die Erfahrungen mit der Jugendkunstschule und
der Stadtverwaltung machen Neuruppin zu einem idealen Austragungsort.
In diesem Rahmen begeht
der Verband auch sein 20 jähriges Bestehen.

Seniorentheater SenThea Schöneiche
Die Brandenburgischen Amateurtheatertage
1. Brandenburgisches Amateurtheatertreffen
Termin und Ort: 25. und
26. Mai 1991 in Potsdam
Teilnehmer: 7 Gruppen des
BATV aus Cottbus, Eisenhüttenstadt, Falkensee, Neuruppin, Schwedt, Teltow,
Weißwasser
Gezeigte Stücke: 7
"... Nun, üppig war das
Angebot an diesem Wochenende nicht. Manch Kapriole bei der Vorbereitung des
Treffens verhinderte zudem eine rechtzeitige Information der Öffentlichkeit. So
blieben die Theaterfreunde, wie so oft, unter sich. Schade. ... Das
Amateurtheater des EKO Eisenhüttenstadt suchte mit einem Kroetz-Abend nach einem
sozial geprägten Theaterausdruck für unsere Situation, das Jugendtheater
`Stolperdraht` aus Schwedt bot dagegen gediegene Unterhaltung mit Tucholsky. ...
Und aus Neuruppin kam ein anregendes Brecht-Programm nach Potsdam. Ein zweites
Angebot für Kinder bot das Teltower Amateurtheater mit `Ambrosio tötet die Zeit`
wohlfeil. Das Cottbuser Amateurtheater schließlich flocht dem Treffen eine
kleine Krone mit `Die Streiche des Scapin`. ... Das Treffen war ein erster
Schritt zu einer neuen Art Gemeinsamkeit, es war hilfreich, nötig, aber
unvollkommen, resümierte der Verbandsvorsitzende Dieter Schlagmann . Er sieht
eine gute Chance in der vorwiegend jugendlichen Zusammensetzung der
eingeschriebenen Mitglieder. ..." (Gerold Paul, Märkische Allgemeine)
2. Amateurtheatertage des Landes Brandenburg
Termin und Ort: 08.– 10.
Mai 1992 in Schwedt
Teilnehmer: 6 Gruppen aus
Schwedt, Cottbus, Eisenhüttenstadt, Falkensee, Neuruppin, Teltow
Gast-Gruppen: aus Schwedt,
Bergisch Neukirchen (Nordrhein-Westfalen)
Gezeigte Stücke: 9
"... Insgesamt 137
Teilnehmer und 36 Gäste konnten begrüßt werden. Die drei Tage Amateurtheater
zeigten deutlich, dass das Brandenburger Amateurtheater die `Wendezeit` überlebt
hat und mit aktiv arbeitenden Gruppen weiterbesteht. Fast ausschließlich wurden
neue Inszenierungen geboten. ... Viel Heiter-Satirisches gab es zu sehen.
Beispielsweise inszenierte das Falkenseer Kleine Theater ein wirklich fröhliches
Spiel vom `Toten Mann` und `Dem blinden Messner` von H. Sachs. Was da an
spielerischen Ideen gefunden und gekonnt auf die Bühne gebracht wurde, machte
großen Spaß beim Zuschauen. ... Das JugendTanzTheater Cottbus bot Tänze aus der
West-Side-Story. ... Das Publikum war begeistert. Als `Anstalt der politischen
Aufklärung` sah das Jugendtheater Schülertreff (heute ToB Neuruppin) seine
Inszenierung der Dramuletten `Mauerstücke` von M. Karge. ... Leider blieb für
die Theaterleute nach den Aufführungen wenig Zeit für den fachlichen Austausch.
Vielfältige Anregungen gab es dennoch. ..."(Monika Meichsner, szene-extra,
Zeitschrift des ATV e.V.)
3. Brandenburgische Amateurtheatertage
Termin und Ort: 03.– 05.
Juni 1994 in Schwedt
Teilnehmer: 8 Gruppen aus
Schwedt, Cottbus, Eisenhüttenstadt, Falkensee, Neuruppin, Rathenow, Teltow
Gast-Gruppen: aus
Eisenhüttenstadt, Chemnitz, Paderborn (NRW), Berlin
Gezeigte Stücke: 14
"Die 3. Brandenburgischen
Amateurtheatertage im Juni 1994 wollen die vertiefte Beschäftigung der Gruppen
mit Repertoirefragen und Stückwahl deutlich machen. Der freie und ungehinderte
Umgang sowohl mit Theaterliteratur als auch mit Interpretationsmöglichkeiten hat
sich durchgesetzt. Die derzeitige Reife und Anwendungsfähigkeit sollte im
öffentlichen Kreis verglichen werden. Austausch von Anregungen untereinander ist
Absicht und Ziel der Veranstalter; im Unterschied zur Begegnung 1992 wird dem
Meinungsaustausch über o. g. Voraussetzungen genügend Raum gegeben, wobei auch
neue Methoden und Arbeitswege einzelner Theatergruppen beim Probieren und
Inszenieren im Gespräch ausgetauscht werden sollen. Die Gesprächsrunden wollen
auch bewusst machen, dass Stückbeschäftigung und Inszenierungsvorgang mit einer
bestimmten Verantwortung betrieben werden sollten. ... Die Diskussionen können
suchen und aufdecken, wie die Gruppen gearbeitet und inszeniert haben. ..."
(Dietrich Groß, Künstlerischer Leiter des BATV, Schreiben zu Absichten und
Zielen der 3. Theatertage)
4. Brandenburgische Amateurtheatertage
Termin und Ort: 15.und 16.
Juni 1996 in Schwedt
Teilnehmer: 8 Gruppen aus
Schwedt, Cottbus, Eisenhüttenstadt, Falkensee, Frankfurt (Oder), Neuruppin
Gast-Gruppen: aus Berlin,
Potsdam
Gezeigte Stücke: 12
"... Es war vor allem die
freundliche Toleranz, das respektvolle, offene Klima zwischen jung und alt,
zwischen Erprobten und Neulingen, die diese Begegnung zu einem Erlebnis machten.
... Das Angebot war breit gefächert, es reichte vom Clownsspiel und szenischen
Tanzcollagen über ein literarisches Programm bis hin zur klassischen Komödie.
... Eine schon lange erfolgreiche Inszenierung zeigte das Seniorentheater
`Spätlese` aus Frankfurt (Oder). Die Truppe nennt ihre Arbeit `Arche Noah oder
das neue Haus` eine Märchenadaption für Erwachsene. ... Das Ganze wird mit
Ironie, Witz und Charme vorgetragen. Begeisterung nach der Vorstellung des
JugendTanzTheaters aus Cottbus und seinem abendfüllenden Stück `Fliegen.
Verflogen. Geträumt?` ... Professionalität bewies die Inszenierung von `Jeppe
vom Berge`: Das Cottbuser Amateurtheater brachte das Holberg-Stück mit Schwung
auf die Bühne. ... Zum dritten Mal schon boten die rührigen Schwedter den Gästen
nicht nur eine kostenlose Spielstätte, sondern auch Verpflegung und Unterkunft.
Bleibt zu hoffen, dass sich alle, die an den 4. Brandenburgischen Theatertagen
beteiligt waren, in zwei Jahren zum fünften Treffen wiedersehen. ..." (Wera und
Claus Küchenmeister, Gesprächsleiter, Märkische Allgemeine Zeitung)
5. Brandenburgische Amateurtheatertage
Termin und Ort: 21.– 24.
Mai 1998 in Neuruppin
Teilnehmer: 9 Gruppen aus
Neuruppin, Cottbus, Eisenhüttenstadt, Falkensee, Frankfurt (Oder), Jüterbog,
Schwedt, Teltow
Gast-Gruppen: aus St. Vith
(Belgien), Frankfurt (Oder)
Gezeigte Stücke: 14
"... Es war für mich ein
Wochenende voller neuer Erfahrungen. Ich habe viel gehört und gesehen über die
unterschiedlichen Herangehensweisen der Gruppen an Stücke und damit auch an die
Probleme der Gesellschaft. Deshalb, denke ich, sind diese Tage für jeden der
Beteiligten hilfreich für die weitere Arbeit in seinem Theater. ..." (Nicole
Bienek, Kleines Theater Falkensee)
"... Alles in allem: 4
gute Tage! Und diese werden mit Sicherheit noch lange in meiner Erinnerung
bleiben, und Fontane, der ja selber Theaterkritiken schrieb, hätte dem
Geschehenen sicher nicht entsagt." (Jürgen Berg, TheEi)
"Gute Aufführung, gutes
Publikum. Amateure glänzten mit Shakespeares `Hamlet`. ... Das `Theater der
Werktätigen` aus Jüterbog spielte ein Stück, von dem Goethe sagt, das es schön,
rein, edel und höchst moralisch sei. ... Die Schauspieler des Laientheaters
wurden diesen Ansprüchen in soweit gerecht, als dass sie mit Mut und Hingabe
spielten. ... Nach dem grausigen Ende gab es einen riesigen Applaus." (Erika
Fichtner, Märkische Allgemeine)
"Die 5. Brandenburgischen
Amateurtheatertage waren für mich ein besonderer Höhepunkt dieses Jahres.
Gegenüber den vergangenen Jahren ist das Niveau höher, die Stücke
anspruchsvoller geworden und die schauspielerischen Leistungen der einzelnen
Gruppen gestiegen. Auf diesem Weg ein dickes Lob allen Akteuren! ...“ (Brigitta
Leißner, Kleines Theater Falkensee)
6. Brandenburgische Amateurtheatertage
Termin und Ort: 01.– 04.
Juni 2000 in Cottbus
Teilnehmer: 11 Gruppen aus
Cottbus, Eden (Oranienburg), Eisenhüttenstadt, Falkensee, Frankfurt (Oder),
Neuruppin, Rathenow, Schwedt
Gast-Gruppen: aus
Paderborn (NRW), Glindow, Berlin
Gezeigte Stücke:15
Gezeigt wurden u.a. Komödien, Jugendstücke, Stücke für Kinder,
Tanztheater, Grotesken und Moralitäten, die Autorenschaft reicht von Moliere,
Tschechow, O´Casey bis zu Busch, Brecht, Hacks und Woody Allen, aber auch
Eigenproduktionen der Bühnen wurden vorgestellt. Zwei Spielstätten standen für
die Aufführungen zur Verfügung: das Lehrgebäude 9 der BTU Cottbus und das
Niedersorbisches Gymnasium. Das Theaterzentrum befand sich im Niedersorbischen
Gymnasium und zu jeder Aufführung gab es Gespräche zwischen Machern und
Zuschauern, geleitet von kompetenten Fachleuten.
7. Brandenburgische Amateurtheatertage
Termin und Ort: 09. bis
12. Mai 2002 in Wittenberge
Teilnehmer: 9 Gruppen aus
Schöneiche, Rathenow, Falkensee, Schwedt, Frankfurt, Neuruppin, Belzig und
Eisenhüttenstadt
Gast-Gruppen: Theater in
der Prignitz , Studiobühne Essen und Jugendtheater STiC-er Stralsund
Gezeigte Stücke: 13
Aus dem Grußwort des
Vorstandes:
"Als Bertolt Brecht einmal
von einem Widersacher entgegengehalten wurde, Theater sei doch überflüssig,
entgegnete der Meister: "Für den Überfluss aber leben wir eigentlich!"
Die Antwort gefällt uns;
deshalb soll dieser Brechtsche Satz am Beginn der 7. Brandenburgischen
Amateurtheatertage stehen.
Unsere Arbeit gehört wie
alles Künstlerische zum Überfluss des Lebens - stimmt! Aber macht solch
Überfluss den Alltag nicht erst im weiten Sinne reicher, lebenswerter?
Der Mensch ist auch
neugierig und will - zumindest manchmal - herausfinden, was um ihn her und mit
ihm geschieht. Theater hilft ihm dabei, diese Entdeckungen genussvoll, gar mit
Spaß, zu erleben. … Zum siebten Male gehen wir das schöne Wagnis ein, in aller
Öffentlichkeit unsere Inszenierungen vorzustellen.
Dazu wünschen wir allen
Beteiligten Hals - und Beinbruch!“
8. Brandenburgische Amateurtheatertage
Termin und Ort: 20. bis
22. Mai 2004 in Schwedt/Oder
Teilnehmer: 12 Gruppen aus
Schwedt, Eberswalde, Neuruppin, Eisenhüttenstadt, Schöneiche, Belzig, Frankfurt,
Falkensee, Cottbus, Eisenhüttenstadt und Eden
Gast-Gruppen:
Uckermärkische Bühnen Schwedt
Gezeigte Stücke: 13
"Das größte Brandenburger
Amateurtheatertreffen ging am Sonnabend in Schwedt zu Ende. Drei Tage lang gaben
sich elf Theatergruppen mit über 170 Darstellern ein Stelldichein auf Schwedter
Bühnen und öffneten ein Schaufenster der Amateurtheaterszene mit beeindruckender
Schauspielkunst.
… Allerdings blieben die
Theatermacher weitgehend unter sich. "Das liegt wohl an dem langen
Himmelfahrtswochenende", orakelt Lothar Falkenberg. Doch das sei der einzige
Termin, an dem die Kinder und Jugendlichen drei Tage zusammenhängend verreisen
können, ohne Schule oder Ausbildung zu versäumen.
Die Theatertage sind für die Amateurbühnen neben der Möglichkeit, sich
öffentlich zu präsentieren, vor allem Werkstatt und Leistungsschau. Ein Fachrat
bewertet jede Darbietung und bespricht mit den Aktiven, was besser gemacht
werden könnte..“
(Daniela Windolff ,
Märkische Oderzeitung)
9. Brandenburgische Amateurtheatertage
Termin und Ort: 25. bis
28. Mai 2006 in Neuruppin
Teilnehmer: 10 Gruppen aus
Neuruppin, Eberswalde, Eisenhüttenstadt, Schwedt, Rathenow, Frankfurt,
Falkensee, Belzig, Schöneiche
Gast-Gruppen: Spielbrett
Dresden und Studiobühne Essen
Gezeigte Stücke: 16
"Es
ist wahr, es ist wieder soweit, die nunmehr 9. BATT sind auf der Piste.
Begrüßung, nicht selten herzlich. Klatsch und Tratsch, neue Gesichter, wundern
über das heranwachsen der alten „Amateurmimen". Das Wichtigste: Man führt sich
vor, die neuesten Inszenierungen natürlich. „Adam und Eva" von Hacks, gab es
bereits zu sehen und Märchen. „Die Physiker" von Dürrenmatt und „Romeo & Julia"
erwarten uns. Man darf gespannt sein.
Neuruppin, Du großartige
Stadt, wir sind gern bei Dir zu Gast, erfahren Dich in einem professionellen
Stadtrundgang, lockern die sitzlahmen Glieder. Das neue Haus des „Theaters ohne
Bühne", ein angenehmes Umfeld, das Bimmeln der Regio-Bahnstrecke, das Org-Büro,
dein Freund und Helfer – essen und trinken. Wir haben Theatertage, endlich
wieder! (aus der „Theatertage-Zeitung)
10. Brandenburgische Amateurtheatertage
Termin und Ort: 13. bis
15. Mai 2010 in Neuruppin
Teilnehmer: 8 Gruppen aus
Neuruppin, Schwedt, Belzig, Rathenow, Frankfurt, Eisenhüttenstadt, Falkensee,
Schöneiche
Gezeigte Stücke: 8

Seniorentheater "Spätlese" Frankfurt (Oder)
Die Brandenburgischen Kindertheatertage
1. Brandenburgische
Kindertheatertage
21. bis 23. Sep. 2001 in
Eisenhüttenstadt
6 Gruppen aus Schwedt,
Potsdam, Eisenhüttenstadt, Falkensee und Neuruppin mit 6 Vorstellungen und
Werkstätten
2. Brandenburgische
Kindertheatertage
04. bis 05. Juni 2005 in
Schwedt
3 Gruppen aus 3 Städten
mit 2 Vorstellungen und Werkstätten
3. Brandenburgische
Kindertheatertage
22. bis 24. Februar 2008
in Schwedt
4 Gruppen aus Schwedt,
Neuruppin und Belzig mit 4 Vorstellungen und Werkstätten

ToB - Theater ohne Bühne Neuruppin
Die Aus- und Weiterbildung des Landesverbandes
Ohne die Bemühungen um
künstlerische Qualität ist der Versuch, Laientheater zu spielen recht dürftig.
Den unerfahrenen und hilflosen Anfänger und den talentierten und geübten, gar
routinierten Partner daneben zu sehen, macht selbst dem wohlwollenden Zuschauer
kaum Spaß. Diese Unterschiede müssen in einer Laientheatergruppe schon unter
einen Hut gebracht werden: der Anfänger muss die ersten stolperfreien Schritte
lernen, der Erfahrene muss auf seiner Stufe weitermachen können.
Ein Handicap ist leider
die Tatsache, dass es im Grunde genommen keinen einheitlichen Ausbildungsplan
für die Aus- und Weiterbildung der Theatermacher gibt. Jeder einzelne
Landesverband im BDAT hat sein Aus- und Weiterbildungsprogramm selbst
entwickelt, indem er – dicht an der Praxis seiner Gruppen – konkret und seinen
Bedürfnissen entsprechend entscheidet, wie die Programme, die Bildungsmaßnahmen,
Lehrgänge und Workshops auszusehen haben.
Von Beginn der Existenz
unseres Landesverbandes an, also seit 1990, war ich im Vorstand mit der
künstlerischen Leitung beauftragt und damit für die Bildungsarbeit
verantwortlich. Wir begannen sporadisch mit einzelnen Lehrgängen, die noch kaum
oder gar nicht aufeinander abgestimmt waren. Die Teilnehmermeldungen waren in
der ersten Zeit recht zufällig. Wir konnten uns meist auch nur einen Workshop
pro Jahr, selten mal zwei leisten. Auch der Kreis der Lehrkräfte setzte sich
anfangs mehr oder weniger zufällig zusammen – und von ihnen wieder hingen dann
auch Lehrgangsfächer und –themen ab.
Wie sich aber
herausstellte, gelang es uns in dieser Zeit, die allgemeine Aufmerksamkeit und
auch das Interesse der Theaterleiter und Spieler nicht nur am Verbandsleben
insgesamt, sondern speziell auch für die Weiterbildung zu wecken. 1994 konnten
wir das erste Mal mit Systematik planen: ein Rhythmus von vier Lehrgängen in
zwei Jahren (häufigere Termine ließen die finanziellen Mittel nicht zu) wurde
thematisch aufgebaut, der Gang vom Einfachen zum Schwierigen (nach den
altbekannten didaktischen Prinzipien) gesichert, der Ablauf in mehreren Stufen,
also in Fortsetzungen, wurde geplant.
Bei den Teilnehmern sollte
Neugierde auf nächste Schritte geweckt werden; wir mussten uns bemühen, dass die
Besucher möglichst durchgehend Lust behielten und sich weiterhin beteiligten.
Ein Zertifikat für die regelmäßige Teilnahme winkte als Lohn. In diesem ersten
Zyklus stand im Vordergrund die Entwicklung körperlicher Fertigkeiten und in
beabsichtigter Wechselwirkung dazu die Ausbildung pantomimischer Fähigkeiten.
Bewegungstraining in Form tänzerischer Bewegung und in Form von Rhythmusübungen
(Bewegung nach Musik) gehörten dazu.
Ab dem dritten Lehrgang
wurden die Workshops mit Performances abgeschlossen, die sowohl in den einzelnen
Gruppen (es liefen solche jeweils vier parallel) als auch übergreifend abliefen.
Alle vier Lehrgänge in diesen zwei Jahren wurden von einer gleichbleibenden
Teilnehmerzahl (etwa je 55 Personen) besucht, die also alle Fortsetzungen der
Lehrgänge absolvierten.
Die Beibehaltung sowohl
der Stoffe als auch derselben Lehrkräfte für die Dauer eines Zyklus hat sich im
wesentlichen bewährt, wie die Meinung der Teilnehmer, der Lehrkräfte und auch
die Hospitationen des Vorstandes bestätigten. In den folgenden Jahren behielten
wir den zyklischen Rhythmus bei, wenn auch einzelne Änderungen vorzunehmen
waren: Die Mitmacher des ersten Zyklus wurden in die Stufe „Fortgeschrittene“
eingeteilt, neue Meldungen (es kam wieder eine adäquate Teilnehmerzahl neuer
Bewerber als Anfänger hinzu) begannen als Grundkurs – das heißt, die bisherigen
Absolventen hatten in ihren Gruppen die Lehrgänge, ihre Ergebnisse, ihre
Interessantheit, den Spaß publik gemacht. Außerdem hatten manche Vereine neue,
meist junge Leute als Mitglieder aufgenommen.
Die Themenkreise wurden –
weiterführend! – ausgeweitet, neue Schwerpunkte in einem nächsten Zyklus (wieder
vier Workshops in zwei Jahren) aufgenommen. Bei wieder vier Themenkreisen wurden
wieder vier Übungsgruppen eingeteilt, so dass jeder einzelne Teilnehmer jedes
Thema absolvierte. Hier ist zu bemerken, dass eines der Themen völlig neu
eingeführt wurde, z.B. Maske und Schminken oder später Sprecherziehung, danach
Szenenstudium, so dass wir den gesamten Aus- und Weiterbildungsstoff
konzentrisch ausweiteten. Der o.g. Grundkurs durchlief den ersten Zyklus so wie
vorhin beschrieben.
Nach einem weiteren Zyklus
wurde 1999 eine wichtige Änderung vorgenommen: statt eines Zyklus` wurde ein
Themenkatalog ausgeschrieben, aus dem sich jeder Interessierte (es war fast
wieder die gleiche Anzahl Teilnehmermeldungen wie in den Jahren zuvor) ein Thema
für einen Kurs auswählte und es im Workshop absolvierte. Diese Themen, von
anderen, neuen Lehrkräften trainiert, betrafen ausnahmslos direkte
darstellerische, partnerschaftliche szenische Situationen. Es waren alles
Themen, die den Charakter von Schauspieler-Übungen hatten. Die Lehrkräfte waren
mit den Ergebnissen dieses Workshops zufrieden: und wir wagen zu hoffen, dass
sich die Systematik der vergangenen Jahre ausgezahlt haben könnte.
Um den Rahmen der
Ausführungen nicht zu sprengen, will ich nur erwähnen, dass wir in ähnlicher
Weise auch die Workshops für Kinder und Jugendliche in gleicher Art gestalteten.
Hinzufügen will ich als Information außerdem, dass wir 1997 damit begonnen
haben, einen Kurs für den Spielleiternachwuchs dauerhaft aufzubauen. Mehrere
Lehrgänge für Regie und eine Studienreise nach Griechenland (im Rahmen des
Themas Theatergeschichte) haben bereits stattgefunden. Zur Zeit wird daran
gearbeitet, ein mittelfristiges Studienprogramm zu entwickeln.
Kleines Theater Falkensee
Die Fortbildung im BATV – die nächsten 10 Jahre
Ich möchte diese
Gelegenheit nutzen, um meinem Vorgänger in diesem Amt, Dietrich Groß, für seine
hervorragende Arbeit im Bereich der Fortbildung, vor allem unserer Darsteller,
ganz herzlich zu danken. Seine analytische Arbeit, seine Systematik, seine
Weitsichtigkeit, seine Kollegialität machten mir es leicht, seine Arbeit
fortzusetzen. Und noch heute steht er mir mit Rat und Tat zur Seite. Vielen Dank
Dietrich.
Das Fortbildungsprogramm
des BATV wurde kontinuierlich umgesetzt.
2001 gab es fünf
verschiedene Fortbildungen mit neun Werkstattgruppen für junge und neue
Teilnehmer im Grundkurs und in thematischen Fortgeschrittenen-Kursen sowie im
Technikbereich.
Im September 2001 fanden
die 1. Theatertage nur für unsere Kinder statt. Neben dem gegenseitigen Schauen
von eigenen Theateraufführungen gab es während des Treffens auch drei
Werkstätten für unsere kleinen Spieler.
Ende 2002 hatte der Bund
Deutscher Amateurtheater e. V. (BDAT) für das Fort- und Weiterbildungsangebot
ein neues bundeseinheitliches, systematisches „Fortbildungsprogramm
Amateurtheater“ beschlossen. Schauspieler, Regisseure, aber auch Techniker,
Ausstatter und Leiter des Amateurtheaters erhielten damit ein qualifiziertes
Fortbildungsangebot. Ziel der Fortbildung ist die Vermittlung von Kenntnissen
und Fertigkeiten im künstlerischen, technischen, organisatorischen und
theaterpädagogischen Bereich. Die Weiterbildung ist in Module gegliedert.
Voraussetzung für den Abschluss „Schauspieler im Amateurtheater“ sind Basis- und
Aufbaumodul und das Fachmodul „Schauspiel“.
Auch der BATV organisierte
diese Fortbildung in Brandenburg. Aus sechs Bühnen des Landesverbandes hatten
elf Mitglieder im September 2003 die Ausbildung begonnen.
Nicht alle Mitglieder
unserer Mitgliedsbühnen konnten und wollten am neuen BDAT-Fortbildungsprogramm
teilnehmen. Ihnen boten wir, in seit Jahren bewährter Form, andere Möglichkeiten
für ihre Weiterbildung an. Neu für unseren Verband war, dass wir uns an den
Inhalten und der Struktur des neuen Fortbildungsprogrammes des BDAT orientieren
(Basis- und Aufbaumodul, mit Sprechtechnik und Körpersprache und Bewegung). Für
Darsteller, die schon seit Jahren an unseren Weiterbildungen teilgenommen
hatten, gab und gibt es weiter-hin die Möglichkeit der systematischen
Fortbildung. Hierbei orientieren wir uns inhaltlich am neuen BDAT-Programm.
Unsere ehemaligen „Fortgeschrittenen-Kurse“ nennen wir seitdem BATV-Fachmodul.
Ab 2005 wurden für das BATV-Fachmodul „Schauspiel“ sehr spezifische
Theaterformen aus dem Bereich „Straßentheater“ (comedia dell´ arte) und aus
„Figuren- und Maskentheater“, eine Form des Maskenspiels, trainiert.
Ende 2005 gab es die
Möglichkeit, dass erfahrene Darsteller, die seit 1994 regelmäßig an unseren
Fortbildungen teilgenommen hatten, eine Prüfung ablegen, um ihre langjährige
Weiterbildung durch ein offizielles, bundesweit anerkanntes Zertifikat
abzuschließen.
Acht Spieler aus unseren
Mitgliedsgruppen stellten sich der Prüfung nach BDAT-Prüfungsrichtlinien. Dazu
gehörten auch die Teilnehmer der Regie-Ausbildung, 1997 initiiert und seitdem
geleitet von Dietrich Groß. Über 460 Unterrichtsstunden und noch einmal 65
Stunden für das Abschlussprojekt lernten und arbeiteten diese Teilnehmer in
ihrer Freizeit, um sich in ihrem Hobby weiterzubilden. Der Bildungsreferent des
BDAT, Dr. Lars Göhmann, hielt die Prüfung ab. Verdienter Lohn waren die
Zertifikate „Schauspieler im Amateurtheater“ und „Regisseur im Amateurtheater“.
Der BDAT würdigte auf diese Weise auch die langjährige, systematische und
qualitativ auf hohem Niveau stehende Fortbildung in unserem Landesverband.
Der Theaterfachrat zu den
8. Brandenburgischen Amateurtheatertagen (2004) hatte darauf hingewiesen, dass
wir im Verband eine Fortbildung für unsere Regisseure anbieten sollten. Im
Herbst 2005 fand das erste Seminar statt. Erfreulich war, dass sich die Mehrzahl
der Regisseure der einzelnen Gruppen bereit erklärt hatte, das Angebot
anzunehmen, egal ob Profi oder Amateur. Und diese Weiterbildung wird, wenn auch
mit größeren Abständen, bis heute fortgesetzt.
Sechs Theaterleiter und
Regisseure, vor allem aus den Kinder-und Jugendtheatergruppen des BATV nahmen
2007 erfolgreich an der Fortbildungsreihe „Kompetenznachweis Kultur“ teil.
Mit Hilfe des
„Kompetenznachweises Kultur“ können in der kulturellen Bildungsarbeit erworbene
Schlüsselkompetenzen für Jugendliche individuell erfasst und nachgewiesen
werden. Damit soll ein konstruktiver Beitrag für die Zukunftschancen von
Jugendlichen geleistet werden, indem sie für ihre eigenen Stärken sensibilisiert
werden und ihr persönliches Engagement wertgeschätzt wird. Der Nachweis soll
dazu beitragen, dass künftig nicht nur die Resultate und Erfolge der
(Schul-)Ausbildung offiziell anerkannt werden, sondern auch diejenigen, die über
die Schule hinaus erworben werden.
Und seit 2007 wurde der
„Kompetenznachweis Kultur“ schon vielfach an jugendliche Mitstreiter aus unserem
Landesverband überreicht.
Ausgehend von der
Kindertheater-Werkstatt 2008 wurde beschlossen, unserem Nachwuchs mehr
Möglichkeiten des gemeinsamen Miteinander einzuräumen. Die Kindertheatergruppen
des Verbandes einigten sich darauf, dass sie jährlich Werkstätten und
Kindertheatertreffen durchführen möchten. Jede Gruppe ist abwechselnd einmal
Gastgeber und organisiert das Treffen bei sich vor Ort selbständig, mit der
Unterstützung und Hilfe des Vorstandes. Die ersten Versuche haben gezeigt, dass
diese Art der Veranstaltung bei den Kindern ankommt.
Im Frühjahr 2009 wurde ein
neuer Fortbildungszyklus „Regie“ für den eigenen Regienachwuchs begonnen. Fast
alle Mitgliedsbühnen des BATV haben Teilnehmer zu dieser Weiterbildung
delegiert. Und der Leiter dieser Fortbildung hat bereits eine Konzeption für die
Weiterführung dieser Ausbildung entwickelt.
Neu ist, dass wir neben
unserem zentralen Weiterbildungsort Schwedt, unseren Mitgliedsbühnen
Möglichkeiten für Fortbildungen vor Ort, in ihren eigenen Räumen, anbieten. Der
Verband unterstützt diese Werkstätten besonders, wenn sie für alle
BATV-Mitglieder offen sind.
Seit 2009 haben wir die
Termine unserer Fortbildungen geändert. Hinweise der Dozenten und auch der
Teilnehmer selbst haben dazu beigetragen. Bisher fanden unsere Weiterbildungen
immer im Frühjahr und Herbst statt. Der große zeitliche Abstand erschwerte die
kontinuierliche Arbeit, vor allem wenn es um aufbauende, weiterführende Kurse
ging. Jetzt finden unsere Fortbildungen an zwei nahe beieinanderliegenden
Wochenenden im Frühjahr statt. Wir möchten auf diese Weise die Effektivität und
Qualität unserer Weiterbildung erhöhen.
Die gute Qualität unserer
Fortbildungen zeigt sich auch darin, dass Theatergruppen unseres Landesverbandes
in den letzten Jahren zu den Deutschen Amateurtheatertagen des Bundes Deutscher
Amateurtheater e. V. eingeladen wurden oder zu Gastspielen und anderen
Theatertreffen außerhalb Brandenburgs reisen.
Auch wenn ich es nicht
ausführlich geschildert habe, wurde die „normale“ Fortbildung für unsere
Darsteller, Techniker und Ausstatter kontinuierlich durchgeführt.
Insgesamt fanden im
Zeitraum von 2000 bis zum Frühjahr 2010 knapp 80 Werkstätten, bzw. Seminare mit
knapp 700 Teilnahmen statt.
Und nicht vergessen sollte
man, dass auch unsere Brandenburgischen Amateurtheatertage eine Art der
Fortbildung darstellen, vor allem spürbar in den öffentlichen
Aufführungsgesprächen.
Für die Zukunft wünsche
ich mir, dass der BATV seine Fortbildungen in hoher Qualität und kontinuierlich
durchführen kann. Dazu muss sie für die Teilnehmer bezahlbar bleiben und die
Dozenten unserer Werkstätten müssen entsprechend ihrer Ausbildung und
Qualifikation bezahlt werden.
Die Öffentlichkeitsarbeit des Landesverbandes
Die Öffentlichkeitsarbeit
der ersten Jahre war sporadische Öffentlichkeitsarbeit. Sie beschränkte sich
fast ausschließlich auf Ankündigungen von Theatertreffen des BATV. Und die
Arbeit machte in erster Linie der Vorsitzende selbst bzw. einer, der gut
formulieren und schreiben konnte. Die Ausstrahlung blieb auf die jeweilige
Region beschränkt. Zu Beginn des Jahres 1993 wurde ich Verantwortlicher für die
Öffentlichkeitsarbeit im Landesverband. Und ich musste mich erst mit der
Vielfalt des Aufgabenbereiches vertraut machen. Erstes sichtbares Zeichen war
die Initiative zur Herausgabe einer Verbandszeitschrift. In den konzeptionellen
Vorüberlegungen waren als Ziele u.a. genannt:
"Herausgabe einer
regelmäßig erscheinenden Verbandszeitschrift: - um das Zusammenwachsen und
Kennenlernen der Mitgliedsbühnen im BATV zu unterstützen, - um den BATV (seine
Arbeit, seine Leistungen) und damit seine Mitglieder in Brandenburg und in ganz
Deutschland bekannter zu machen, - um alle am Amateurtheater Interessierte und
Theaterspielende zu erreichen, - und eventuell als neue Mitglieder im BATV
bzw./und in den einzelnen Gruppen zu gewinnen"
Inhalte sollten sein:
Besprechungen von Aufführungen der Gruppen, Berichte über alle
Verbandsaktivitäten, Informationen des Vorstandes, Erfahrungen der Gruppen bei
der künstlerischen Arbeit u.a.m. Ich brauchte Mitstreiter. Und diese konnten nur
aus den Mitgliedsgruppen kommen, denn wenn ein Verband als Ganzes in der
Öffentlichkeit in Erscheinung treten will und wahrgenommen werden soll, kann er
das auch durch die vielen Aktivitäten seiner Mitglieder. Ein wichtiger Partner
in der inhaltlichen und organisatorischen Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit
wurde für mich Roy Blacha aus Schwedt. Noch bevor die 1. Ausgabe des
„THEATERBLATTES“, so der Titel der Verbandszeitschrift, im Juni 1994 erscheinen
sollte, stand die Frage nach einem Logo für den Verband.
Jugendlich und frisch
sollte es sein, Gemeinschaftssinn und Bewegung ausdrücken. Neben anderen
Entwürfen setzte sich der bekannte durch. Durch die Vermeidung gerader Linien
und Ecken konnte Lebendigkeit vermittelt werden. Die schwungvollen Buchstaben
zeigen Bewegung des Vereins und die typischen Masken im angedeuteten Bühnenraum
assoziieren gleichzeitig die Geschlossenheit in einer Gemeinschaft – dem BATV!
Schöpfer des Logos ist Roy Blacha.
Im Herbst 1995 begannen
regelmäßige Seminare zur Öffentlichkeitsarbeit für Vertreter aus den
Mitgliedsbühnen. Themen waren u.a. inszenierungsbegleitende
Öffentlichkeitsarbeit, Selbstdarstellung des Vereins, Arbeit mit Medien,
Werbespot. Diese Schulungen gingen bis 1998 und sollten vor allem die einzelnen
Gruppen fit machen für die eigene ausgeprägte und offensive
Öffentlichkeitsarbeit. Für das Jahr 1995 wurde erstmals eine umfassende
Statistik im Verband erarbeitet. Mit der Befragung der Mitgliedsbühnen wurde das
Ziel verfolgt, eine viele Bereiche umfassende Bestandsaufnahme der einzelnen
Mitglieder des BATV in ihrer Komplexität vorzunehmen. Damit sollte der
Grundstein für regelmäßige Untersuchungen innerhalb des Verbandes gelegt werden,
um später Entwicklungstendenzen in vielen Bereichen aufzeigen zu können.
Seit 1996 erscheinen die
THEATERBLATT-Infos, in Redaktion von Roy Blacha und mir. Roy Blacha und Rainer
Pofahl, aus Schwedt, ist es zu danken, dass der BATV seit 1996 im Internet
weltweit zu erleben ist. Und seit 2000 unter eigener Internetadresse (www.batvev.de).
Seit Ende 1998 / Anfang 1999 arbeiten wir im Bereich Öffentlichkeitsarbeit des
BATV schrittweise an der Einführung eines einheitlichen Erscheinungsbildes und
der Verbesserung der PR-Arbeit. Faltblätter des Landesverbandes und seiner
Mitglieder wurden erarbeitet. Ob Antragsformulare, Pressemitteilungen oder das
THEATERBLATT – überall erscheinen die gleichen Schriften und ein einheitliches
Layout.
Der nächste große Schritt
wurde im Jahr 2000 getan. Die Einführung des Slogans: „jeden tag theater.“ Und
die Verwendung von Foto-Bild-Motiven (Hände und Köpfe), sowie die
Vereinheitlichung auf die dominierenden Farben Gelb und Schwarz soll den
Landesverband in einem unverwechselbaren Bild in der Brandenburger
Vereinslandschaft hervorheben. Und das vom bedruckten Papier bis zum Internet.
Eine Ausstellung „Amateurtheater und Fotografie“ des BATV wurde in Cottbus
präsentiert. Obwohl wir in vielen Bereichen der Öffentlichkeitsarbeit voran
gekommen sind, bleiben noch genügend Aufgaben für die Zukunft. Noch nicht
befriedigend ist z.B. eine kontinuierliche landesweite Präsens des BATV in den
Medien und die Suche nach Sponsoren. |